Juni 30

Ich werde dazu gehören!

Von Lydia

In meinem Kopf gehen meine Gedanken in diesem Moment hin und her – mir kommt es so vor, als würde mein Kopf gleich platzen… ich bin einfach verwirrt. In dieser Sekunde bemerkte ich, dass meine Klasse weiterging. Ich musste also schnell entscheiden. Aber ich glaube, ja, ich gehe ihr hinterher… das ist zumindest spannender, als meiner Klasse zu folgen, ja, okay, ich werde ja eh nicht vermisst außer von Tom (oh, ich habe ihn in dem Moment ganz vergessen). Ich kann ihn ja anrufen, und ich werde ja sowieso wiederkommen, oder? Also ich warte, bis alle meiner Klasse um die Ecke gebogen sind und mich somit nicht mehr sehen. Okay, jetzt sind sie weg! Ich renne los, und ich fühle mich auf einmal so frei. Ich renne, renne und renne – und plötzlich sah ich sie an einer Lichtung stehen. In dieser Sekunde fragte ich mich: ,,Ist sie es oder nicht? Ja, doch, sie muss es sein.“ Ich dachte kurz nach und ging langsam in ihre Richtung (ich wurde irgendwie immer langsamer), und der Wind wurde immer gruseliger und stärker. Es ist zwar Herbst, aber so stark war er noch nie.

Nach ein paar Minuten…

Ich tippte ihr vorsichtig auf die Schulter. Sie erschrak für einen kleinen Moment und wollte mich schon fast bedrohen, so sah sie zumindest aus. Ich meine – ein wenig böse oder auch gefährlich…, ich glaube, sie ist anders als alle anderen, die ich bisher kenne. Das war zumindest mein erster Eindruck, aber der kann ja bekanntermaßen auch falsch sein. Sie starrte mich an, aber ich lächelte einfach nur. Sie schloss kurz die Augen und fing schnell an zu sprechen:,,Sind Sie ein Polizist? Ich hoffe nicht, denn ich möchte nicht zu meinen Eltern zurück!“ Darauf antwortete ich:,,Also erstmal kurz durchatmen! Ich bin nicht von der Polizei, und ich glaube, ich wäre auch etwas zu jung, um dort zu arbeiten. Aber du heißt nicht zufällig Mira Rensch und bist 15 Jahre alt oder? Und du brauchst mich nicht zu sietzen.“ Sie schaute schüchtern auf den Boden, überlegte kurz und sprach leise:,,Ja, ich bin Mira Rensch, aber woher weißt du das? Es ist alles gerade ein wenig unheimlich. Wer bist du überhaupt?“ Ich antwortete:,,Also, ich heiße Tanu, ich bin 15 Jahre alt und bin gerade erst in eine neue Klasse gekommen. Ach, ich habe gerade heute morgen erst einen Artikel über dich gelesen. Was für ein Zufall, dass ich dich jetzt hier treffe!“ Wir redeten, redeten und redeten … immer weiter … und unser Gespräch wurde immer vertrauter.

Währenddessen bei meiner Klasse…

Sie waren gerade alle erst in der Pension angekommen. Meine Zimmergenossen Klaus und Ingo warfen ihre ganzen Sachen auf mein Bett und merkten erst in diesem Moment, dass ich gar nicht da war. Fassungslos und schockiert gingen sie sofort zu meinem Klassenlehrer und erzählten ihm alles. Er trommelte alle Schüler zusammen und rief die Polizei an – nur um mich zu suchen.

Mira und ich…

Wir setzten uns auf eine rote Bank und schauten uns tief in die Augen. Ich überlegte kurz, ob ich sie über ihre Eltern etwas fragen sollte, aber ich glaube , nein, jetzt noch nicht. Wir waren uns plötzlich so vertraut, dass ich ihr sogar alles über mich erzählen würde. In meinem Kopf rotierten meine Gedanken, aber ich glaube ,ja, ich tue es einfach. Also fing ich an, alles über mich zu erzählen,okay, fast alles – und sie hörte mir einfach nur gespannt zu und lächelte dabei. Es war in dem Moment gut, einfach alles los zu werden.

Gefühlt 1 Stunde später…

Als ich fertig war zu erzählen, fing sie an, plötzlich von sich zu reden. Sie sagte Dinge wie: ,,Ich bin weggerannt, weil meine Eltern in ein anderes Land ziehen wollen und ich einfach Angst davor habe, meine Freunde zu verlieren. Ich will einfach nicht weg! Was würdest du an meiner Stelle tun?“ Ich antwortete: ,,Das ist eine blöde Situtation, aber ich glaube, ich würde einfach mit den Eltern ein langes Gespräch führen. Also einfach mit ihnen reden, weil weglaufen auch keine Lösung ist. Sie machen sich bestimmt schon Sorgen um dich. Und ich bin auch aus einem anderen Land gekommen, ja okay, bei mir läuft es jetzt auch nicht so perfekt, aber ich habe trotzdem einen Freund gefunden – und zwar Tom. Darüber bin ich sehr froh. Und du wirst deine Freunde nicht verlieren, da du so ein toller Mensch bist! Für wahre Freunde gibt es keine Kilometer.“ Sie sprach: ,,Okay, danke für den Rat! Ich glaube, du hast Recht, ich sollte einfach zurückgehen und meinen Eltern alles erklären. Es ist vielleicht besser so… Und du solltest vielleicht auch langsam wieder zu deiner Klasse zurück gehen. Ich glaube, dass sie im Inneren dich gut leiden können. Du bist auch so ein toller Mensch, und du musst mir versprechen, dass wir immer in Kontakt bleiben -ja!“ ,,Ich verspreche es – und vielleicht hast du auch Recht mit dem, was du gesagt hast.“ Wir umarmten uns und sie ging in die eine und ich in die andere Richtung. Ich hätte nie gedacht, dass ich einem Menschen in so kurzer Zeit so sehr Vertrauen schenken würde. Es ist einfach verrückt.

Eine halbe Stunde später…

In der Pension angekommen, schauten mich alle an…

Wie sollte ich diese Blicke deuten?!



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Veröffentlicht30. Juni 2020 von admin in Kategorie "Allgemein

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